Krätze im Pflegeheim

PfleGeKräfte fürchten um den Arbeitsplatz

Recht mit Anwalt - Ansteckung im Pflegeheim

 

"Ich habe mir jetzt zum vierten Mal innerhalb von 6 Monaten auf der Arbeit die Krätze geholt", berichtet die junge Frau, die als Pflegefachkraft in einem Pflegeheim am Niederrhein beschäftigt ist. "Manche Kollegen waren aber noch öfter betroffen. Ein Heimbewohner hat das mitgebracht, nun werden wir die Krankheit nicht mehr los. Bewohner und Pflegekräfte stecken sich gegenseitig an. Vorher kannten wir sowas nicht. Bei Krätze denkt man doch, das war vielleicht mal - im Mittelalter!"

 

Mittelalterlich scheint leider auch der Umgang des Pflegeheims und der Behörden mit dem Problem zu sein, wenn es darum geht, die Ausbreitung der Krätze - immerhin eine meldepflichtige Erkrankung - zu verhindern. "Davon will keiner was hören, das wird unter den Teppich gekehrt. Es war zwar jemand vom Ordnungsamt da, doch seitdem ist praktisch nichts unternommen worden, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen. Bewohner und Angehörige werden nicht gewarnt, dass in dem Pflegeheim seit einem halben Jahr die Krätze umgeht. Wir sollen bei der Arbeit halt Handschuhe tragen, und wenn wir uns anstecken, werden wir wieder krank geschrieben. Ich habe auch jedes Mal meinen Mann angesteckt. In Familien mit Kindern ist es noch schlimmer."

 

Krätze wird durch Milben hervorgerufen, die sich in der Haut Gänge graben und einen starken Juckreiz verursachen. "Duschen oder Baden reicht nicht, um die Tierchen loszuwerden, da braucht es schon Medikamente und Schädlingsbekämpfungsmittel. Es ist ein Riesenaufwand, alles im Haus so zu säubern, dass die hartnäckigen Krätzmilben absterben. Ich kann bald nicht mehr, ich habe schon psychische Probleme davon. Ständig denke ich, ich muss mich kratzen, ob das schon wieder die Krätze ist?"

 

Die junge Frau weiß sich nicht mehr zu helfen. Sie fühlt sich von ihrem Arbeitgeber und den Behörden im Stich gelassen. "Da spricht keiner mit uns. Ich möchte meine Arbeitsstelle nicht verlieren, aber so geht es doch nicht weiter..."